Feuchtigkeitscreme schädlich Haut

Interview: Weniger ist mehr? Warum eine Feuchtigkeitscreme nicht immer gut für die Haut ist

Der Dermatologe Dr. Zein Obagi ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Weltweit hat er sich einen Namen mit seinen Hautpflegeprodukten ZO Skin Health und wissenschaftlichen Arbeiten zu Hautthemen gemacht. In einem Interview mit US-amerikanischen Medien stellte er zuletzt eine überraschende These auf: Feuchtigkeitscremes sind überflüssig. „Wer sie täglich benutzt, riskiert, der Haut zu schaden. Sie altert schneller, wirkt nicht jünger“, so Dr. Obagi.

Seine Begründung: Zu viel Feuchtigkeitspflege erzeuge einen konträren Effekt. Die Haut wird süchtig nach der reichhaltigen Pflege und gleichzeitig sensibler, trockener und stumpf. Die natürliche Feuchtigkeitsregulation der Haut wird aus dem Gleichgewicht gebracht und gestört. „Was die Haut wirklich gesund und jung hält, ist die körpereigene Hydration. Eine gesunde Beauty-Routine sollte deshalb lediglich aus Reinigung, Stimulierung und Schutz bestehen.“

Feuchtigkeitscremes, so seine Meinung, seien lediglich ein gutes Verkaufsprodukt der Beauty-Industrie. Einfach herzustellen und an eine breite Masse verkäuflich. „Jedem wurde die Idee verkauft, seiner Haut von außen Feuchtigkeit zuführen zu müssen – absoluter Unsinn.“ Dies spiegelt sich auch in seinen Pflegeserien für die zarte Gesichtshaut wider. Feuchtigkeitscremes sucht man hier vergeblich. Dafür: Cremes mit Retinol und Peptiden, Milchsäurebakterin und Vitamin C und E.

Wie sinnvoll sind Feuchtigkeitscremes also?

Bisher galt eine feuchtigkeitsspendende Gesichtscreme als absolute Basis der Beauty-Routine. Dr. Alexandra Ogilvie ist Fachärztin für Dermatologie und war zehn Jahre Oberärztin an der Hautklinik in Erlangen. Sie findet das Statement ihres Kollegen provokativ. Recht gibt sie ihm nur teilweise und rät zur Differenzierung. Haut ist nicht gleich Haut.

„Eine jugendliche gesunde Haut bis maximal 20 Jahre braucht abgesehen von Sonnenschutz tatsächlich gar nichts“, bestätigt Ogilvie die These von Dr. Obagi. Ab 25 jedoch nimmt die Regenerationsfähigkeit der Haut jedoch bereits ab. „Älter werdende Haut ist nicht mehr in der Lage, Feuchtigkeit zu halten“, erklärt sie. Hier sind Cremes, die zum Beispiel Lipide enthalten, sinnvoll, weil sie die Haut stärken und dabei unterstützen, die Feuchtigkeit besser zu halten.

Nicht nur das Alter ist entscheidend, wenn es um Hautpflege geht. Auch die individuelle Beschaffenheit der Haut spielt eine Rolle. Menschen, die etwa unter unreiner Haut, trockener Haut oder gar Neurodermitis leiden, sind bereits in jüngeren Jahren auf eine intensive Hautpflege angewiesen.

Die Pharmazeutin Dr. Stefanie Häfele rät, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen: „Man merkt selbst relativ schnell, welcher Hauttyp man ist. Wer im Winter trockene Haut hat, die juckt oder schuppt, benötigt auf jeden Fall eine Feuchtigkeitspflege.“ Denn die Haut verliert regelmäßig Feuchtigkeit, das ist Fakt. In der Sonne sogar bis zu 48 Stunden danach. „Wichtig ist immer, bei der Hautpflege das richtige Gleichgewicht zwischen Fett und Feuchtigkeit zu finden. Da gibt es keine allgemein gültige Formel, sondern ist individuell vom Hauttyp abhängig“, erklärt Häfele.

Den vollständigen Artikel gibt es auf Harper’s BAZAAR.

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